Ab dem 27. September gelten in Deutschland neue Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Mit der Umsetzung der europäischen EmpCo-Richtlinie werden die Anforderungen an Werbung mit Umweltversprechen deutlich verschärft. Pauschale oder nicht belegbare Aussagen zur Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit oder Klimawirkung können künftig unzulässig sein. Unternehmen müssen genauer darauf achten, dass ihre Aussagen nachvollziehbar, konkret und belegbar sind.
Für Circular Valley ist das mehr als eine regulatorische Veränderung: Es entspricht einem Grundsatz, nach dem das Netzwerk seit Jahren arbeitet. Nachhaltigkeit soll nicht bei Absichtserklärungen und Diskussionsrunden stehen bleiben, sondern sich in konkreten Lösungen und Geschäftsmodellen zeigen. Genau dafür steht auch die neue und elfte Förderrunde des Circular Economy Accelerators.
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Nachhaltigkeit darf kein Lippenbekenntnis sein. Die neuen Regeln schaffen mehr Klarheit: Wer mit Umweltvorteilen wirbt, muss sie auch belegen können. Bei Circular Valley geht es seit Beginn nicht nur darum, über Kreislaufwirtschaft zu sprechen. Wir bringen Unternehmen zusammen, die konkrete Lösungen entwickeln und in die industrielle Praxis bringen wollen“, sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung.
15 Startups aus 12 LändernDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus unterschiedlichen Teilen der Welt und arbeiten an Lösungen für zentrale Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft. Dazu gehören unter anderem neue Materialien, die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe, Wasserwiederverwendung, zirkuläre Verpackungen, nachhaltige Textilproduktion und digitale Infrastruktur für zirkuläre Geschäftsmodelle.
Die Bandbreite zeigt, wie vielfältig Kreislaufwirtschaft inzwischen geworden ist:
Airee aus der
Mongolei entwickelt aus rückverfolgbarer mongolischer Schafwolle biologisch abbaubare Luftfilter.
Axiv Materials aus
Israel verwandelt Keratin aus landwirtschaftlichen Abfällen in einen Biopolymer-Werkstoff, der zu Fasern, Folien, Schäumen und Gelen weiterverarbeitet werden kann.
CHAiNT Afrique aus
Ghana will ausgediente Fischernetze sammeln, recyceln und daraus neue Fischernetze herstellen – und damit die Verschmutzung der Meere und den Verlust wertvoller Materialien reduzieren.
CircleCube aus
Deutschland entwickelt offene, automatisierte Rücknahmestationen für Mehrwegverpackungen und schafft damit Infrastruktur für zirkuläre Verpackungssysteme.
Earth Tech Materials aus den
USA macht aus Bergbauabfällen und mineralischen Reststoffen Materialien für CO₂-reduzierten Zement und Beton.
kolula solutions aus
Deutschland entwickelt eine digitale Plattform, mit der Räume, Schließfächer und Mietgeräte durchgängig buchbar und zugänglich werden und damit besser für Sharing- und Wiederverwendungsmodelle genutzt werden können.
Weitere Startups setzen bei Wasser, Rohstoffen und industriellen Prozessen an.
Lambert Technovation aus
Indien entwickelt elektrochemische Verfahren zur schnellen Abwasserbehandlung und Wasserwiederverwendung.
LipiTune aus
Deutschland nutzt Präzisionsfermentation, um reproduzierbare pflanzliche Öle aus alternativen Kohlenstoffquellen herzustellen.
N&E Innovations aus
Singapur entwickelt aus Lebensmittelabfällen gewonnene Materialien für kompostierbare Verpackungen, die die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern sollen.
NANO ALPHA aus Deutschland arbeitet an der Rückgewinnung kritischer Materialien aus Produktionsabfällen der Halbleiterindustrie.
Olexir aus der Schweiz entwickelt aus pflanzlichen Proteinen stabile Oleogele auf Basis pflanzlicher Öle.
PigmentOCO aus
Tunesien entwickelt ein Verfahren zur wasserlosen Färbung von Baumwolle und zur nachhaltigeren Veredelung von Denim mit überkritischem CO₂.
Auch die Rückgewinnung und Nutzung von Materialien aus bestehenden Abfallströmen ist ein Schwerpunkt der neuen Kohorte.
Remind aus
Indonesien verbindet eine digitale Sammelinfrastruktur für Elektroschrott mit Verfahren zur Rückgewinnung kritischer Metalle und deren Rückführung in die Lieferkette.
UsedFULLY aus
Neuseeland verarbeitet Textilabfälle zu industriellen Additiven, die unter anderem in Bau, Straßenbau und Beschichtungen eingesetzt werden können.
Without aus
Indien entwickelt ein Verfahren, mit dem schwer recycelbare Mehrschichtkunststoffe und verschmutzte Textilien zu hochwertigen technischen Materialien verarbeitet werden.
Vom Anspruch zur UmsetzungDer neue Batch steht damit exemplarisch für einen Wandel, der sich auch in der Regulierung zeigt: Nachhaltigkeit soll zunehmend nicht mehr nur behauptet, sondern nachvollziehbar gemacht werden. Für Unternehmen bedeutet das höhere Anforderungen an die eigene Kommunikation – gleichzeitig wächst der Bedarf an Technologien und Geschäftsmodellen, mit denen sich Ressourcen tatsächlich einsparen, zurückgewinnen und im Kreislauf halten lassen.
Genau hier setzt der Circular Economy Accelerator an. Die Startups arbeiten während ihres Aufenthalts in der Rhein-Ruhr-Region gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Industrie, Wissenschaft und Wirtschaft an ihren Geschäftsmodellen, entwickeln ihre Pitches weiter und knüpfen Kontakte zu potenziellen Partnern und Investoren.
Ein Höhepunkt jeder Förderrunde ist der Demo Day im Rahmen des Circular Valley Forums am 13. November 2026. Dort präsentieren die Startups ihre Lösungen Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Wissenschaft, Politik und der Investorenszene.
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Die EmpCo-Richtlinie macht deutlich, wie wichtig glaubwürdige und belegbare Nachhaltigkeit geworden ist. Unser Ansatz ist dabei sehr einfach: Wir wollen nicht nur über Circular Economy reden, sondern diejenigen unterstützen, die konkrete Lösungen entwickeln und umsetzen“, sagt Dr. Carsten Gerhardt.
Eine Übersicht über alle Startups des 11. Batches finden Sie hier:
circular-valley.org/batch11