Herstellen statt nur Recycling: Trilaterale Kooperation setzt auf europäische Batterieproduktion
At the Circular Valley Forum 2025, the cooperation between Flanders and NRW was expanded to include the Netherlands. Source: Jan Turek/Circular Valley
Trilaterale Zusammenarbeit von NRW, Flandern und den Niederlanden untersucht, wie eine zirkuläre Batteriewertschöpfung in Europa gestärkt werden kann. Circular Valley bringt Unternehmen, Wissenschaft und Industriepartner zusammen.
Batterien sind eine Schlüsseltechnologie der Energiewende. Ob Elektromobilität, Wärmepumpen oder die Speicherung erneuerbarer Energien – ohne leistungsfähige Batteriesysteme wird die Elektrifizierung zentraler Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft nicht gelingen. Damit wächst auch für Batterien die Bedeutung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Europa investiert derzeit intensiv in das Sammeln, Zerlegen, Wiederverwenden und Recyceln von Batteriesystemen. Doch ein entscheidender Teil der Wertschöpfungskette erhält bislang deutlich weniger Aufmerksamkeit: die Produktion neuer Batterien aus den zurückgewonnenen Materialien.
Genau mit dieser Frage beschäftigt sich die Projektgruppe Batterien der trilateralen Kooperation zwischen Nordrhein-Westfalen, Flandern und den Niederlanden, die von Circular Valley initiiert wurde. Ziel ist es, bestehende Stärken der Region zu identifizieren, Lücken entlang der Wertschöpfungskette sichtbar zu machen und gemeinsame Ansätze für eine resilientere europäische Batteriewirtschaft zu entwickeln.
Europäische Batterieproduktion in der Krise
Europa steht bei der industriellen Batterieproduktion weiterhin vor großen Herausforderungen. Der schwedische Batteriehersteller Northvolt – lange als europäische Hoffnung für eine asien-unabhängige Zellfertigung gehandelt – meldete im März 2025 Insolvenz an. Porsche hat seine Batterie-Tochter Cellforce weitgehend abgewickelt. Und der traditionsreiche Batteriehersteller Varta kämpfte 2024 mit einer existenzbedrohenden Krise und musste ein aufwändiges Sanierungsverfahren durchlaufen. Währenddessen verfügen asiatische Hersteller, insbesondere aus China und Südkorea, über jahrzehntelang aufgebaute Produktionskompetenz und dominieren große Teile des globalen Marktes.
In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Investitionen in den Aufbau von Recyclingkapazitäten und Second-Life-Anwendungen für Batterien in Deutschland und Europa getätigt. Aber: „Circular Economy umfasst die gesamte Wertschöpfungskette – nicht nur das Recycling von Rohstoffen“, sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung. „Wenn wir Batteriematerialien zurückgewinnen, müssen wir auch in der Lage sein, daraus wieder Batterien herzustellen. Nur dann entstehen echte Kreisläufe, die Europa resilienter und unabhängiger machen.“ Auch für die beteiligten Partner der trilateralen Kooperation ist klar: Eine zirkuläre Batteriewirtschaft braucht geschlossene Wertschöpfungsketten – von der Materialentwicklung über Produktion und Nutzung bis hin zu Wiederverwendung und Recycling.
Auf Materialebene sind die Voraussetzungen gut
Die Region verfügt dafür über wichtige Voraussetzungen. Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen und den Nachbarregionen gehören in verschiedenen Bereichen der Materialwissenschaft und Spezialchemie zu den technologischen Vorreitern. Sie entwickeln unter anderem Membranen, Beschichtungen und weitere Komponenten, die für moderne Batteriesysteme essenziell sind. Die Herausforderung besteht jedoch darin, daraus wettbewerbsfähige Produkte entstehen zu lassen.
Vor diesem Hintergrund untersucht die Batterie-Arbeitsgruppe im Rahmen der trilateralen Kooperation zwischen NRW, Flandern und den Niederlanden, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind, wo kritische Lücken bestehen und wie diese gemeinsam geschlossen werden können.
Circular Valley ist darüber hinaus Partner im Projekt TraWeBa (Transformationshub Wertschöpfungskette Batterie). Ziel des Vorhabens ist es, weitere Ansätze für eine zukunftsfähige und resiliente Batteriewertschöpfung zu entwickeln und Akteure entlang der Wertschöpfungskette zusammenzubringen. Die Aktivitäten ergänzen die Arbeit der trilateralen Kooperation und sollen dazu beitragen, konkrete Lösungsansätze für den Aufbau zirkulärer Batteriekreisläufe in Europa zu identifizieren.
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Über Circular Valley
Internationaler Hotspot für die Circular Economy
Circular Valley ist der internationale Hotspot für die Circular Economy mit Sitz in der erweiterten Rhein-Ruhr-Region. Die gemeinnützige Circular Valley Stiftung bringt die relevanten Stakeholder an einen Tisch. Branchen- und technologieübergreifend entwickeln Unternehmen, Startups, Wissenschaft und Politik gemeinsam Lösungen für die Transformation zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Öffentlichkeitsarbeit, der weltweit erste Circular Economy Accelerator und Politikempfehlungen sind die Schwerpunkte der Stiftung.
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