2026-04-09
Circular Valley Construction Hub startet Praxisprogramm für zirkuläres Sanieren
Quelle: Circular Valley
Wann lohnt sich zirkuläres Sanieren? Dieser Frage geht der Circular Valley Construction Hub in Krefeld in seinem neuen Praxisprogramm nach. Im entstehenden Gründungszentrum wird zirkuläres Bauen unter realen Bedingungen erprobt.
Mit dem Aufbau des Circular Valley Construction Hub in Krefeld nimmt eines der zentralen Zukunftsthemen der Bauwirtschaft konkret Gestalt an: die Frage, wie sich zirkuläres Sanieren im Bestand wirtschaftlich umsetzen lässt. Ab 2026 startet dazu ein praxisorientiertes Jahresprogramm, das erstmals systematisch untersucht: Wann lohnt sich zirkuläres Sanieren – und wann nicht?

Der Circular Valley Construction Hub, ein gemeinsames Projekt der Circular Valley Stiftung und Krefeld Business, entsteht im neuen Gründungszentrum an der Luisenstraße, einer ehemaligen Seidenfabrik, die derzeit selbst nach Prinzipien der Kreislaufwirtschaft saniert wird. Damit wird das Gebäude nicht nur Standort, sondern zugleich Demonstrationsobjekt für zirkuläres Bauen in der Praxis.

Von der Idee in die Anwendung: Fokus auf Wirtschaftlichkeit

„Zirkuläres Sanieren wird häufig als Zukunftsmodell beschrieben. Uns interessiert die konkrete Praxis: Wo funktioniert es bereits wirtschaftlich – und wo noch nicht?“, sagt die Projektverantwortliche bei Krefeld Business Monika Zurnatzis.

Das Jahresprogramm ist als mehrstufiger Praxisprozess angelegt: Den Auftakt bildet eine Einordnung der Leitfrage gemeinsam mit der regionalen Bau- und Immobilienwirtschaft. Im weiteren Verlauf folgen Werkstattformate direkt auf der Baustelle in der Luisenstraße, in denen unter realen Bedingungen Fragen der Materialwiederverwendung, Bauprozesse und neuer Geschäftsmodelle erprobt werden. Ergänzt wird dies durch konkrete Praxisexperimente, etwa zum Einsatz von Sekundärmaterialien im Innenausbau oder zu modularen Nutzungskonzepten.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden auf dem Circular Valley Forum 2026 gebündelt vorgestellt und zur Eröffnung des Gebäudes im Jahr 2027 in eine öffentliche Ausstellung überführt. Flankiert wird das Programm durch eine Interviewreihe mit bereits realisierten Projekten, um belastbare Erfahrungswerte für die Bauwirtschaft zu gewinnen.

Ein Reallabor für die Bauwende

Der Circular Valley Construction Hub versteht sich als Reallabor für zirkuläres Bauen. In Krefeld trifft ein großer sanierungsbedürftiger Gebäudebestand auf industrielle Kompetenz und Offenheit für neue Ansätze. „Das Gebäude an der Luisenstraße wird ein Paradebeispiel für zirkuläres Bauen. Aus einem Bestandsgebäude entsteht etwas Neues und genau hier kann man zeigen, wie nachhaltige Sanierung konkret funktioniert“, sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung.

Ziel ist es, zirkuläres Bauen aus einzelnen Pilotprojekten in die breite Anwendung zu überführen und neue Geschäftsmodelle für die Bauwirtschaft zu entwickeln.

Kooperation stärkt regionale Wirtschaft

Der Hub ist ein gemeinsames Projekt der Circular Valley Stiftung und der Wirtschaftsförderung Krefeld – Krefeld Business. Während die Stadt die regionale Vernetzung sicherstellt, bringt Circular Valley sein internationales Netzwerk aus Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und Politik ein.

„Für einen industriegeprägten Standort wie Krefeld ist Kreislaufwirtschaft ein hochaktuelles Thema“, sagt Eckart Preen, Geschäftsführer von Krefeld Business. „Gerade für den Mittelstand entstehen hier neue wirtschaftliche Chancen.“

Der Hub richtet sich gezielt an Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Planung und Bau über Materialwirtschaft bis hin zu Rückbau und Recycling. Gerade für Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen eröffnen sich dabei neue Geschäftsfelder, etwa im sortenreinen Rückbau oder in der Wiederverwendung von Baustoffen.

Gebäude als Materialbank

Im Zentrum des Ansatzes steht ein grundlegendes Umdenken: Gebäude werden nicht mehr als einmalige Bauwerke verstanden, sondern als Materialbanken. Ziel ist es, hochwertige Baustoffe möglichst lange im Kreislauf zu halten, wiederzuverwenden und so ihren Wert zu erhalten.

Dazu gehört der Einsatz wiederverwendbarer und schadstoffarmer Materialien ebenso wie die Nutzung von Baustoffen aus dem Rückbau bestehender Gebäude und eine Planung, die spätere Demontage und Wiederverwertung von Anfang an mitdenkt.

Ort der Vernetzung und Innovation

Parallel zum Praxisprogramm entsteht an der Luisenstraße ein offener Ort für Austausch und Zusammenarbeit. Geplant sind Netzwerktreffen, Fachveranstaltungen und Baustellenführungen ebenso wie Kooperationen zwischen Startups, Handwerk und Industrie. Ergänzend wird eine digitale Plattform aufgebaut, die Akteure der Bauwirtschaft miteinander vernetzt und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht.

Damit entwickelt sich der Circular Valley Construction Hub zu einem zentralen Knotenpunkt für zirkuläres Bauen in der Rhein-Ruhr-Region.

Die Eröffnung des Gründungszentrums ist für 2027 geplant. Bereits während der Bauphase startet der Hub mit ersten Formaten und Pilotprojekten. Langfristiges Ziel ist es, zirkuläres Sanieren wirtschaftlich skalierbar zu machen und damit einen Beitrag zur Transformation der Bauwirtschaft zu leisten.

Mehr Infos zum Circular Valley Construction Hub gibt es auch hier: circularvalleybau.orgcircularvalleybau.org
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Über Circular Valley

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Circular Valley ist der internationale Hotspot für die Circular Economy mit Sitz in der erweiterten Rhein-Ruhr-Region. Die gemeinnützige Circular Valley Stiftung bringt die relevanten Stakeholder an einen Tisch. Branchen- und technologieübergreifend entwickeln Unternehmen, Startups, Wissenschaft und Politik gemeinsam Lösungen für die Transformation zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Öffentlichkeitsarbeit, der weltweit erste Circular Economy Accelerator und Politikempfehlungen sind die Schwerpunkte der Stiftung.