2025-07-15
Circular Valley
Newsletter 2/2025
Neue Dokumentation
„Zwei Wege. Ein Ziel“: Circular Valley Stiftung zeigt Lösungen gegen Plastikmüll
Pünktlich zum Weltumwelttag unter dem Motto „Beat Plastic Pollution“ hat die Circular Valley Stiftung ihre neue Doku veröffentlicht. Darin zeigen Experten Wege auf, wie modernes Recycling helfen kann, das Plastikproblem nachhaltig zu lösen.
Jedes Jahr ruft der Weltumwelttag der Vereinten Nationen zum Handeln auf. 2025 steht er weltweit unter dem Motto „Beat Plastic Pollution“ – ein Aufruf, der nötiger ist denn je: Allein in Deutschland fallen jährlich rund sechs Millionen Tonnen Plastikmüll an.

In vielen Lebensbereichen scheint es unvorstellbar, auf Plastik zu verzichten - gleichzeitig gibt es noch keine flächendeckende Lösung, mit den großen Mengen an Abfall umzugehen und zu verhindern, dass er Meere und Umwelt verschmutzt.
In Deutschland wird zwar der gesamte Plastikmüll verwertet. Etwa zwei Drittel landen aber in der energetischen Verwertung, werden also verbrannt und belasten die Umwelt so noch weiter. „Und dabei handelt es sich nicht um Abfälle, sondern um wertvolle Rohstoffe.“

Prof. Dr. Thomas Müller-Kirschbaum,
Chief Scientist der Circular Valley Stiftung
Die Dokumentation zeigt, wie sich Plastikmüll besser verwerten lässt und wie daraus wieder neue und hochwertige Rohstoffe werden können. Es geht darum, wie das Recycling von Kunststoffen aktuell funktioniert und wie neue Methoden bestehende Hürden überwinden können.

Bei PET-Flaschen funktioniert das mechanische Recycling schon gut. Doch: Solche routinierten Prozesse sind bislang die Ausnahme. Gerade einmal 12 Prozent der Kunststoffe wurden 2024 nach Gebrauch recycelt. Der Grund liegt in der Vielfalt der Verpackungen, die oft aus Mischkunststoffen bestehen.

Solche Verpackungen mechanisch zu recyceln ist aufwändig. „Wir wünschen uns sortenreine Ströme und Monoverpackungen. Das heißt, keine Kunststoffkomposite, die man später mechanisch nicht auseinander ziehen kann“, sagt Jörg Deppmeyer, Geschäftsführer von Der Grüne Punkt im Film.

Für nicht sortenreinen Kunststoff ist chemisches Recycling womöglich bald eine Schlüsseltechnologie. Dabei werden gemischte Kunststoffe in ihre Bestandteile zerlegt und zu neuen, hochwertigen Rohstoffen verarbeitet. Ein Beispiel: Das NRW-Startup carboliq, Teil von Batch 3 des Circular Economy Accelerator-Programms, hat die Direktverölung zur Marktreife gebracht. „Das Öl substituiert Erdöl in jedweder Form, das heißt, man kann es für alle Erdölanwendungen nutzen“, sagt Christian Haupts, Gründer von carboliq.

Neben carboliq arbeiten auch Forschende der RWTH Aachen an Verfahren wie Depolymerisation, Pyrolyse oder Gasifizierung. Alle diese Verfahren spalten Kunststoffe in ihre chemischen Bausteine auf, brauchen aber mehr Energie als mechanisches Recycling – idealerweise aus erneuerbaren Quellen.

Auch das lösemittelbasierte Recycling ist eine Option: Spezielle Lösungsmittel trennen eine Kunststoffart aus dem Mix heraus, sodass wieder sortenreine Kunststoffe entstehen.

Allen neuen Verfahren gemeinsam ist: Sie funktionieren – müssen aber jetzt im großen Maßstab etabliert werden. Genau hier setzt Circular Valley mit seinem Film an: Lösungen zeigen, Bewusstsein schaffen und zum Handeln motivieren.
Zwei Wege. Ein Ziel“ ist auf dem YouTube-Kanal von Circular Valley abrufbar.
Kooperationen
Delegationsreise nach Japan im Zeichen der Circular Economy
Im Juni reiste eine Delegation um Staatssekretär Paul Höller nach Japan – mit dabei: Dr. Carsten Gerhardt, Gründer und Vorstand der Circular Valley Stiftung. Ziel der Reise: der Austausch mit japanischen Unternehmen, Startups und ein Besuch der Expo in Osaka – alles im Zeichen der Circular Economy.
Nordrhein-Westfalen und Japan verbindet eine besondere Beziehung. Auch weil in Düsseldorf eine der größten japanischen Communities Europas zuhause ist, pflegt das Land den Kontakt mit dem Inselstaat in besonderem Maße. Zu dieser Pflege gehören auch regelmäßige Besuche von Delegationen und der politische und wirtschaftliche Austausch.

Im Juni begleitete eine Gruppe der Landesgesellschaft NRW.Global Business Staatssekretär Paul Höller aus dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen nach Japan. Ein zentrales Thema: Wie kann die Transformation zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft gelingen? Genau dafür war auch Circular Valley Gründer Dr. Carsten Gerhardt mit an Bord.

Gleich zu Beginn stand der traditionelle Düsseldorf-Abend in Tokio auf dem Programm – organisiert von der Messe Düsseldorf, der Landeshauptstadt und dem Land NRW. Rund 700 japanische Gäste nutzten die Gelegenheit zum Austausch, darunter die deutsche Botschafterin Petra Sigmund und Minister Kiuchi, Vorsitzender der Japanisch-Deutschen Parlamentariergruppe. Dort und auch beim Dortmund-Abend begegnete man bekannten Gesichtern aus dem Circular Valley Netzwerk, wie Vertreterinnen und Vertretern von Borussia Dortmund, Messe Düsseldorf oder dem Kohlefaser-Hersteller Teijin.
Reise nach Japan
Juni 2025
Zwei Investitionsseminare in Tokio und Osaka rückten die Kreislaufwirtschaft in den Fokus: Wie gelingt der Umbau? Welche Rolle spielt NRW dabei als Motor? Darum ging es gemeinsam mit mehr als 150 Gästen.

Beim Startup-Lunch präsentierten zehn junge Unternehmen ihre Ideen, zudem gab es Einblicke in den Co-Working-Space Station AI in Nagoya – ein Ort, an dem Innovationen wachsen können.

Natürlich durfte der Besuch bei japanischen Top-Unternehmen nicht fehlen: Kawasaki Heavy Industries (Wasserstoff und Robotik), der im Circular Valley bereits bekannte Partner Teijin, der Halbleiterspezialist ROHM und Osaka Gas öffneten ihre Türen. Auch Tünkers Maschinenbau aus NRW zeigte, wie erfolgreich heimische Firmen in Japan Fuß fassen können.

Ein Höhepunkt: die Weltausstellung in Osaka unter dem Motto „Designing Future Society for Our Lives“. Am japanischen und am deutschen Pavillon stand Circular Economy besonders im Fokus. Während sich der japanische Pavillon auf einzelne Aspekte und Anwendungsbeispiele wie etwa biobasierte Ausgangsstoffe konzentrierte, präsentierte der deutsche Pavillon einen Rundumschlag unterschiedlichster Materialien und Anwendungsfälle, die von den 16 Bundesländern gestaltet wurden. NRW ist dort auch durch die Circular Valley Stiftung vertreten.

Neben dem offiziellen Programm sammelte die Delegation spannende Eindrücke. Infrastruktur und Gebäude sind dort gut erhalten – auch wenn sie schon älter sind. Durch gute Instandhaltung wird die Lebensdauer verlängert.

Auch der bewusste Umgang der Japaner mit Abfall fällt auf – trotz fehlender öffentlicher Mülleimer bleibt alles sauber, Müll wird konsequent gesammelt und getrennt.
Japan hat das Sammeln im Griff –
und das, obwohl dort noch mehr Plastikverpackungen genutzt werden als bei uns

Carsten Gerhardt,
Circular Valley Foundation
Aber: Nur ein kleiner Teil wird wiederverwendet oder recycelt. Take-Back- oder Pfand-Systeme gibt es nicht. Ein Großteil des Mülls landet in Müllverbrennungsanlagen.

Bei der Reise wurde deutlich, dass die Gesprächspartnerinnen und -partner in Japan Europa als Vorreiter in Sachen Kreislaufwirtschaft wahrnehmen – und ein großes Interesse daran haben, bei diesem Thema in Zukunft zusammenzuarbeiten. Auch besteht eine besondere Affinität zu Nordrhein-Westfalen und der Region um Düsseldorf. „Das sind beste Voraussetzungen für Kooperationen in der Zukunft“, sagt Carsten Gerhardt.
Startup-Erfolge
Innovativ, vernetzt, wirksam – Startups aus dem Circular Valley auf Erfolgskurs
Neue Partnerschaften, Fördergelder, TV-Auftritte: Die Startups aus dem Circular Economy Accelerator machen auch nach ihrer Zeit im Circular Valley weiter von sich reden – und zeigen, wie innovative Ideen Kreislaufwirtschaft voranbringen.
Die Förderung junger Unternehmen mit smarten Lösungen ist ein Kernanliegen von Circular Valley. In diesem Herbst startet der Circular Economy Accelerator bereits in die neunte Runde. Doch auch nach dem Programm bleibt der Kontakt eng – mit einem klaren Ziel: Fortschritte sichtbar machen und Erfolge teilen.

Das Startup Fainin aus der achten Förderrunde hat zwei neue Partnerschaften geschlossen. Das Management- und Technologieberatungsunternehmen Sopra Steria hat mit Hilfe von Fainin den internen „FairLeih Circle“ eingeführt. Auch mit Tchibo beginnt ein Pilotversuch der Plattform 2-Share. Die Plattform von Fainin ermöglicht es Mitarbeitenden in einem Unternehmen, Gegenstände untereinander zu teilen. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern stärkt auch den Zusammenhalt im Team.

Auch das isländische Startup Circular Library Network, ebenfalls Teil von Batch 8, schreibt seine Erfolgsgeschichte fort. Die Idee: Schränke und Boxen, die in Bibliotheken oder Wohnheimen stehen und gemeinschaftliches Leihen ermöglichen – gesteuert über eine smarte Software. Dafür gab es jetzt den Vöxtur Grant, ein Stipendium in Höhe von rund 350.000 Euro für Startups, die aus der Gründungsphase herausgewachsen sind.

Und auch im Fernsehen sind die Circular Valley Startups präsent: Nunos aus Batch 7 war bei TV Total zu sehen. Moderator Sebastian Puffpaff holte sich dort Tipps für ein Zucchini-Experiment – inklusive Flüssigdünger aus Gärresten.
Alumni
Startup-Erfolge
Der Beitrag ist auf YouTube zu finden.
TraWeBa
Circular Valley beim TraWeBa-Kongress: Batterien zirkulär gedacht
Wie kann die Batterieproduktion in Deutschland wettbewerbsfähig und nachhaltig werden? Und wie wird Kreislaufwirtschaft Teil der Lösung? Darum ging es beim TraWeBa-Kongress im Mai.
Der TraWeBa-Kongress bringt jedes Jahr Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen. Mit dabei am 13. Mai: das TraWeBa-Team von Circular Valley – Andreas Mucke, Sumukha Todea, José Diez-Rodríguez und Günter Poppen. Gemeinsam mit 150 Teilnehmenden diskutierten sie über die Zukunft der Batterieproduktion.

Andreas Mucke, Geschäftsführer des Circular Economy Accelerators, betonte bei einer Podiumsdiskussion: Kooperationen sind der Schlüssel für eine erfolgreiche industrielle Transformation. Tech-Scout Dr. José Diez-Rodríguez gab in seinem Vortrag spannende Einblicke in die Kreislaufwirtschaft der Batterietechnologie und stellte die Arbeit von Circular Valley an den sogenannten R-Strategien vor. Seine Botschaft: Zirkuläres Design ist eine der größten Herausforderungen in diesem Bereich.

Darüber hinaus wurden beim Kongress die Ergebnisse der Studie „Potenziale & Akteure im Maschinenbau für die Batterieproduktion in Deutschland“ vorgestellt – durchgeführt von PEM Motion an der RWTH Aachen.

Eines wurde deutlich: Wer im globalen Batterie-Ökosystem eine starke Rolle spielen will, muss die gesamte Wertschöpfungskette im Blick haben – von Rohstoffen über Produktion bis zum Recycling. Innovationen und Kooperationen sind dabei entscheidend, denn der Vorsprung Chinas bei der Massenfertigung ist schwer aufzuholen.

Das TraWeBa-Projekt, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, läuft noch bis Ende des Jahres – mit dem Ziel, auch darüber hinaus weitergeführt zu werden.
TraWeBa Kongress
Mai 2025
Batch#9
Neue Förderrunde gestartet: Bewerbungsportal für Batch 9 ist offen
Der Circular Economy Accelerator geht in die nächste Runde: Startups aus aller Welt können sich mit ihren Ideen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft bewerben.
Das Förderprogramm des Circular Economy Accelerator steht in den Startlöchern. Das Bewerbungsportal für Startups ist bis Ende Juli offen. Gesucht werden junge Unternehmen, die an innovativen Lösungen rund um eine Circular Economy arbeiten.

Für diese Runde hat die Jury den Fokus besonders auf sechs Themen gelegt.
Diese sind
  • Design4Circularity
  • Reverse Logistics
  • Industrielle Symbiose
  • Metals in the loop
  • Carbon & Climate
  • Digitalisierung
    als Enabler für die Kreislaufwirtschaft.

    Foto:
    Im Accelerator profitieren Startups von Know-how und Netzwerk des Circular Valley (Markus von Blomberg).
Startups dürfen sich aber auch zu anderen Themen bewerben und können somit über die Wildcard Teil des Programms werden.

Die Bewerbungsphase läuft bis Ende Juli. Danach wählt die Jury aus dem Circular Valley Netzwerk aus, welche Teams im Herbst dabei sein werden. Nach Interviews und Auswahlverfahren starten die ausgewählten Startups Ende Oktober ihr dreiwöchiges Vor-Ort-Programm in der erweiterten Rhein-Ruhr-Region.

Vor Ort profitieren sie von der Expertise und den Kontakten des Netzwerks: Expertinnen und Experten aus Industrie, Wissenschaft und Wirtschaft begleiten die Teams bei der Weiterentwicklung ihrer Ideen.

Highlight des Besuchs ist das Circular Valley Forum am 14. November, bei dem die Startups ihre Lösungen beim Demo Day präsentieren – und am eigenen Stand potenzielle Partnerinnen, Partner und Unterstützer treffen.
Mehr Infos zur Bewerbung gibt es auch unter https://circular-valley.org/tender_batch9
Circular Valley Partner Talk
Partner Talk im Rheinischen Revier: Potentiale schaffen für die Zukunft
Der Circular Valley Partner Talk führte im Juni zum Hambacher Tagebau. Die Region steht vor einem großen Transformationsprozess. Professor Ulrich Schurr erklärt, wie es weitergehen wird und welche Potentiale für eine nachhaltige Zukunft entstehen.
Das Loch ist unfassbar groß. Unfassbar, weil man seine Größe einfach nicht erfassen kann - selbst wenn man direkt davor steht, auf einem der Aussichtspunkte am Hambacher Tagebau. Das Auge sucht einen Orientierungspunkt und findet doch keinen. Denn selbst die Größe des Baggers wird einem erst bewusst, wenn man Bilder sieht, auf denen ein Auto daneben steht - und dieses nicht einmal bis über die Räder der Maschine ragt.

Mit diesem riesigen Loch kommt eine gewaltige Aufgabe: Das Ende der Braunkohle ist beschlossen – ab 2029 wird hier keine Kohle mehr gefördert. Doch was kommt danach?

Genau darum ging es beim Circular Valley Partner Talk am 23. Juni. Professor Dr. Ulrich Schurr, Leiter des Instituts für Pflanzenwissenschaften am Forschungszentrum Jülich, erklärte, wie Forschung helfen kann, die Region neu zu gestalten.

Eine Fahrt um den Tagebau zeigt: Manche Orte wirken wie Geisterstädte – Häuser mit vernagelten Fenstern, kaum jemand lebt hier noch. Das große Loch frisst sich weiter Richtung Dörfer, Felder verschwinden. Doch gleichzeitig sollen manche Orte wiederbelebt werden: Alt-Morschenich, aktuell zu 95 Prozent geräumt, soll mit nachhaltiger Bauweise ein Modellort der Zukunft werden.

Ein Stück weiter steht eine der Forschungsstationen von Ulrich Schurr. Dort testet sein Team Agri-PV-Anlagen – Photovoltaikanlagen, unter oder neben denen Beeren, Gemüse oder andere Pflanzen wachsen. „Das hat viele Vorteile“, sagt Schurr. Die Module schützen die Pflanzen vor extremer Sonne, Hagel oder Starkregen. Regenwasser wird gesammelt und gezielt genutzt.

Die Forschenden vergleichen, wie sich Pflanzen unter PV-Anlagen oder im Freiland entwickeln: Wachsen sie schneller? Sind sie ertragreicher?
Richtig eingesetzt, können wir mit Agri-PV viel erreichen.

Professor Dr. Ulrich Schurr,
Leiter des Instituts für Pflanzenwissenschaften am Forschungszentrum Jülich
Für das Tagebau-Gebiet könnte diese Kombi bald Realität werden: Wenn die Kohlebagger 2029 stillstehen, muss die Grube rasch begrünt werden, um Staub zu vermeiden. Flächen für Photovoltaik bieten sich dabei an – Pflanzen und Stromerzeugung Hand in Hand.

Die Forschung ist aber auch überregional wichtig: Schon jetzt konkurrieren PV-Anlagen oft mit Ackerflächen. Seit die Ampelregierung den Bau der Anlagen an Autobahnen erleichtert hat, wird Bauern zum Teil das zehnfache an Pacht für diese Flächen geboten als sie durch Landwirtschaft erwirtschaften könnten.
Um Flächenkonkurrenz zu vermeiden, könnte Agri-PV helfen:
Energie und Lebensmittel gleichzeitig erzeugen.
Die Region wird sich in den kommenden Jahrzehnten stark verändern: Ab 2030 soll Rheinwasser das Loch füllen – bis 2040 entsteht so der zweitgrößte See Deutschlands, komplett gefüllt soll er 2075 sein. Doch es geht um mehr: 20.000 bis 80.000 Arbeitsplätze fallen weg. „Natürlich wird nicht jeder Baggerfahrer Betreiber einer Agri-PV-Anlage“, sagt Schurr. „Aber wir können hier neue Chancen schaffen.“
Hambacher Tagebau
Circular Valley Partner Talk, Juni 2025
Save the Date
Circular Valley Forum am 14. November legt Fokus auf Kooperationen
Im November findet erneut die größte Konferenz zur Kreislaufwirtschaft statt.
Am 14. November 2025 ist es wieder soweit: Die größte Konferenz zur Kreislaufwirtschaft bringt mehr als 1.200 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in der Historischen Stadthalle in Wuppertal zusammen.

Das Jahrestreffen zeigt, wie der Wandel zur Circular Economy gelingen kann. Expertinnen und Experten tauschen sich über Lösungen aus, diskutieren aktuelle Herausforderungen und geben Einblicke in neue Geschäftsmodelle.

Der Fokus in diesem Jahr: „Cooperations to establish a Circular Economy“ – Kooperationen als Schlüssel, um Kreislaufwirtschaft in die Breite zu tragen. Denn nur wenn Unternehmen, Forschung, Politik und Gesellschaft gemeinsam anpacken, kann eine funktionierende zirkuläre Wirtschaft Realität werden.
Circular Valley Forum
SAVE THE DATE: Am 14. November 2025 ist es wieder soweit!

Eindrücke aus dem letzten Jahr:
Sommerfest der Landesvertretung NRW
Circular Valley beim NRW-Sommerfest in Berlin
Ende Juni lud die nordrhein-westfälische Landesvertretung wieder zum großen NRW-Fest in Berlin ein. Rund 2.000 Gäste aus Wirtschaft, Medien und Politik kamen zusammen – auch Circular Valley war mit einem Stand dabei.
Jedes Jahr lädt die NRW-Landesregierung zum Sommerfest in die nordrhein-westfälische Landesvertretung in Berlin ein.

Das diesjährige Motto: Sport – passend zur geplanten Bewerbung Nordrhein-Westfalens für die Austragung der Olympischen Sommerspiele.

Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung solcher Begegnungen: „Wann, wenn nicht heute, braucht die Welt Olympische Spiele, bei denen junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern – selbst aus solchen, die sich gerade nicht grün sind – zusammenkommen.“

Auch am Stand von Circular Valley herrschte den ganzen Abend reger Betrieb. Im Zentrum stand der Austausch mit vielen interessierten Besucherinnen und Besuchern des NRW-Fests. Vielen war die Initiative bereits ein Begriff, andere konnten für die Idee begeistert werden.

Zirkuläres Denken und Wirtschaften hat auch bei Großereignissen wie den Olympischen Spielen eine Bedeutung – etwa beim Bau von Stadien, die später sinnvoll rückgebaut oder umgenutzt werden können.

In entspannter Atmosphäre entstanden viele neue Kontakte und Ideen, wie man gemeinsam Kreislaufwirtschaft weiter voranbringen kann.
NRW Festival in Berlin
Juni 2025
Podcast
Podcast-Tipp: Neue spannende Gäste im Circular Valley Podcast
Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge des Podcasts „Willkommen im Circular Valley“. Host Philipp Ketteler spricht darin mit Führungskräften großer Unternehmen, Startups sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Gemeinsam geben sie Einblicke, wie Kreislaufwirtschaft in ganz unterschiedlichen Bereichen konkret funktioniert – verständlich, praxisnah und immer mit Blick über den Tellerrand.
Wie beeinflussen Druckfarben die Recyclingfähigkeit von Verpackungen? Kann Landwirtschaft gleichzeitig nachhaltiger und effizienter werden? Und welcher Wert steckt eigentlich in unserem Müll? Der Podcast greift genau solche Fragen auf und bringt inspirierende Beispiele aus der Praxis.

Zu den Gästen gehört etwa Dr. Thomas Rodemann, Geschäftsführer Technik bei der Vorwerk-Gruppe. Er berichtet darüber, wie die Transformation der Haushaltsgeräte-Branche gelingt: von modularen Designs über langlebige Produkte bis hin zu Rücknahmeprojekten für Thermomix-Geräte. Rodemann macht deutlich: Kreislaufwirtschaft beginnt schon in der Produktentwicklung – und kann Unternehmen wettbewerbsfähiger machen.

Frank Terhorst, Executive Vice President Strategy & Sustainability bei Bayer CropScience, zeigt in einer weiteren Folge, wie regenerative Landwirtschaft und digitale Lösungen dabei helfen, Emissionen zu senken. Er erklärt, warum Innovation und Technologieoffenheit entscheidend sind und welche Rolle optimiertes Saatgut, Bio Fuels und moderne Anbaumethoden dabei spielen. „Kreislaufwirtschaft heißt für mich nicht nur, Ressourcen zu schonen, sondern auch effizienter und wirtschaftlicher zu arbeiten“, sagt Terhorst.

Außerdem gibt es eine Sonderfolge zur ersten Circular Valley Convention, die im März auf dem Areal Böhler in Düsseldorf stattfand. Prof. Dr.-Ing. Manfred Renner (Fraunhofer UMSICHT), Philip Scheffler (Messe Düsseldorf) und Circular Valley Gründer Carsten Gerhardt blicken darin zurück auf die Premiere – und verraten, wie die Convention 2026 noch größer, internationaler und praxisorientierter werden soll.
Mittlerweile sind 14 Folgen erschienen – alle dauerhaft auf den gängigen Podcast-Plattformen verfügbar und auch unter diesem Link zu finden: https://circular-valley.org/podcast
Awards
Circular Valley Techscout als Jurymitglied für Batterie-Award in Washington
Die Inter-American Development Bank (IDB) in Washington D.C. hat ihren Preis „From Battery to Potential“ verliehen – und Circular Valley Techscout Dr. José Diez-Rodríguez war als Experte dabei, um die besten Ideen auszuwählen.
Batterien nachhaltig im Kreislauf zu führen, ist eine der großen Herausforderungen der Energiewende. Der IDB-Award zeichnet Startups und Initiativen aus Lateinamerika und der Karibik aus, die dafür Lösungen entwickeln – von Infrastruktur über Rückverfolgbarkeit bis hin zu Second-Life-Anwendungen und nachhaltiger Produktion.

Dr. José Diez-Rodríguez war als Mitglied der internationalen Jury vor Ort und bewertete gemeinsam mit anderen Expertinnen und Experten 48 Projekte. Sechs davon wurden am Ende als Gewinner ausgezeichnet: Relife FORTECH CR aus Costa Rica, BATx, Centro diagnóstico Baterías CDB-UdeA und Altero aus Kolumbien, Quantum Motors S.A. aus Bolivien sowie Dpass (phiNet) aus Chile.

Eine besondere Erwähnung erhielt Relife Fortech für sein hohes transformatives Potenzial in der Region. Mit in der Jury war auch Bernardita José Díaz Soto – ihr Startup T-Phite ist selbst Alumnus der sechsten Förderrunde des Circular Economy Accelerators.

„Ich freue mich, als Jurymitglied dazu beizutragen, innovative und zirkuläre Batterielösungen für Lateinamerika und die Karibik zu fördern“, sagt José Diez-Rodríguez. Bei der Preisverleihung kamen Fachleute, Innovatorinnen und Innovatoren und Entscheidungsträgerinnen und -träger zusammen, um gemeinsam das Thema Kreislaufwirtschaft für Batterien weiter voranzutreiben.
IDB Award
Washington
Studie
Ruhr-Uni Bochum sucht Teilnehmende für Studie zu zirkulären Geschäftsmodellen
Teilnehmende der Studie sollen Aussagen zu relevanten Komponenten von Geschäftsmodellen sortieren und bewerten.
Wie können zirkuläre Geschäftsmodelle in der Bioökonomie noch besser funktionieren? Genau dazu forscht die Ruhr-Universität Bochum im EU-Horizon-Projekt PRIMED – und sucht dafür Expertinnen und Experten, die an einer Online-Studie teilnehmen.

Ziel des Projekts: ungenutzte Biomasseressourcen in biobasierte Produkte wie Biokraftstoffe oder Biokunststoffe umwandeln – und so Stoffkreisläufe schließen. Zirkuläre Geschäftsmodelle, die Primärerzeuger und Endverbraucher eng miteinander verknüpfen, sind dabei ein Schlüsselfaktor.

Der Lehrstuhl für Entrepreneurship und innovative Geschäftsmodelle lädt Fachleute ein, an der Studie teilzunehmen. Dabei geht es darum, eine Reihe von Aussagen zu wichtigen Bausteinen zirkulärer Geschäftsmodelle zu sortieren und zu bewerten – ganz individuell aus persönlicher Sicht. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht.
Mitmachen lohnt sich – die Ergebnisse helfen, Kreislaufwirtschaft in der Bioökonomie weiter voranzubringen.